Kurzbericht

Orientierung im Medienwandel

Die Medienlandschaft diversifiziert sich: Neue Formate und Akteur*innen treten auf das Spielfeld und die Navigation durch die Medienlandschaft wird zunehmend herausfordernder – auch für Wissenschaftler*innen.

Daniel Nölleke und Marc Tietjen von der Deutschen Sporthochschule Köln untersuchen im Projekt “Wissenschaftliche Expert:innen zwischen Kern und Peripherie des (Wissenschafts-)Journalismus” (WExKuP) anhand von Leitfadeninterviews, mit welcher Motivation Akteur*innen der Wissenschaftskommunikation Medienarbeit leisten, welche Herausforderungen sie gerade in digitalen Medienumgebungen sehen und inwieweit sie zwischen etablierten und sogenannten peripheren Medienangeboten differenzieren, wenn sie als Expert*innen angefragt werden. 

In ihrem Kurzbericht fassen sie zentrale Ergebnisse des Projekts zusammen:

1. Wissenschaftler*innen zeigen große Bereitschaft zur Annahme von Medienanfragen

Forschende sehen es als ihre Verantwortung, den öffentlichen Diskurs zum Klimawandel durch ihre Expertise zu bereichern. Medienarbeit verstehen sie daher als relevanten Bestandteil ihres Berufsbildes. Mit ihren Medienauftritten verfolgen sie neben persönlichen und strategischen Zielen das Anliegen, die Deutungshoheit nicht den Klimaskeptiker*innen zu überlassen und durch die Bereitstellung wissenschaftlicher Evidenzen zu einem informierten Diskurs beizutragen.

2. Wissenschaftler*innen sehen auch Risiken ihrer öffentlichen Präsenz

Wissenschaftler*innen beschreiben die mediale Reduktion von Komplexität durch Verkürzungen als zentrale Herausforderung für ihre Medienarbeit. Sie berichten außerdem von Anfeindungen im Anschluss an Medienauftritte.

3. Wissenschaftler*innen unterscheiden zwischen Formaten

Beim Umgang mit Medienanfragen machen Forschende einen Unterschied zwischen verschiedenen Medienangeboten. Dabei orientieren sie sich an den Navigationskriterien Glaubwürdigkeit, Relevanz und Unabhängigkeit. Viele sehen eher davon ab, Anfragen von Formaten anzunehmen, die sie als ideologiegetrieben empfinden. Die Grenzen, die Wissenschaftler*innen in der Zusammenarbeit ziehen, entsprechen nicht immer der klassischen Einteilung in etablierte und periphere Medienangebote.

4. Wissenschaftler*innen wünschen sich einen Kompass zur Navigation

Forschenden ist bewusst, dass in digitalen Medienumgebungen viele neue Formate entstanden sind, die sie nur schwer beurteilen können. Sie bedauern, dass eine informierte Entscheidung über den Umgang mit Medienanfragen daher zunehmend schwierig wird. Hier wünschen sie sich einen besseren Überblick über die Medienlandschaft und setzen dabei auf die Unterstützung durch professionelle Wissenschaftskommunikator*innen.

Um eine erste Orientierungshilfe zu bieten, haben die Autoren im Kurzbericht einen Fragenkatalog aus den drei zentralen Navigationskriterien abgeleitet. Er soll Forschende dabei unterstützen, Chancen und Risiken in der Zusammenarbeit mit einem Medienangebot einzuschätzen.

Lunchtalk

Auch im digitalen Lunchtalk der Transfer Unit stellte Daniel Nölleke zentrale Erkenntnisse des Projekts vor. Patrick Honecker, Chief Communication Officer der TU Darmstadt, kommentierte die Ergebnisse aus der Praxisperspektive. Gemeinsam diskutierten wir die Beziehung zwischen Wissenschaft und Medien anhand der zentralen Erkenntnisse des Projekts – auch mit Blick auf notwendige Strukturen, um Wissenschaft in den Medien sichtbar zu machen und Wissenschaftler*innen im Umgang mit einer vielfältigen Medienlandschaft zu schulen.

Die Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie hier.

Kurzbericht

Hier können Sie den vollständigen Kurzbericht herunterladen | Stand 16.07.2026

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Infografik

Die Infografik gibt eine Orientierungshilfe im Umgang mit Medienanfragen

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